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                  Kolumne Insta-GRAM Header © AdobeStock – Andreas Prott
Kolumnen

Insta…GRAM.

Nach fast 20 Jahren Social Media ist Tom Nädler gespannt auf das nächste große Ding. Über tolle Apps und Theos Appetit auf Bildschirmzeit.

Wer kennt noch StudiVZ? Also ich nur aus Erzählungen, denn als das erste soziale Netzwerk in Deutschland 2005 online ging, war ich schon lange kein Student mehr. So sind so herrliche Funktionen wie das „Gruscheln“, ein Mix aus Grüßen und Kuscheln, an mir vorbeigegangen. Ich ging das erste Mal mit Facebook im Web auf die Suche nach Freunden und nach denen, die es werden sollten. Machte das am Anfang noch Spaß, verging mir aber so ab 2011 die Lust auf die Beiträge dort, die völlig ungefiltert von Gott weiß wem geteilt und mir zugespielt wurden. Facebook wurde für mich schnell langweilig und ich teilte dort so gut wie nichts mehr. Weder mit noch etwas von jemandem.

Da mir das Posten aber grundsätzlich schon Spaß machte, freute ich mich umso mehr, als ein paar Jahre später Instagram kam. Einfach schöne Fotos. Das fand ich gut. Und so zückte ich den Fotoapparat, mit dem man im Übrigen auch telefonieren kann, wann immer ich ein optisch reizvolles Motiv vor die Linse bekam. Im Lauf der Zeit betrachtete ich meinen Instagram-Kanal fast schon als eine Art Kunstprojekt, dessen Inhalte ich sorgsam kuratierte und auf dem bei weitem nicht alles online gehen durfte. Doch mehr und mehr eroberten kommerzielle Inhalte den Kanal. Von denen mich natürlich nicht alle interessierten. Auch nicht alle Inhalte von Influencern konnten mein Interesse wecken. Aber immerhin … noch immer viele schöne Fotos. Also blieb ich am Ball und verstand Instagram als Fenster in eine – überwiegend – ästhetisch anmutende Welt.

Tom Nädler schreibt an dieser Stelle regelmäßig über den täglichen Wahnsinn – zu Hause, im Job und unterwegs. ©LOOK//one

Das ist Tanja und Theo aber ziemlich egal. Wem reichen denn noch Fotos? Bewegte Bilder müssen es jetzt sein. Und so zogen TikTok und Snapchat bei uns ein und wurden mit ihren fiesen Algorithmen zur digitalen Droge des Alltags. Mit Inhalt, der nie versiegt und der beide regelmäßig in eine Art Tunnel zieht. Theos Bildschirmzeit für TikTok kann ich zum Glück begrenzen … was ihn natürlich nicht daran hindert, nach mehr davon zu fragen. Und manchmal, wenn ich an einem guten Tag so richtig gut gelaunt bin, dann schalte ich ihm die App noch mal frei. Aber nur für 15 Minuten. Ich weiß ja, wie er tickt. Und tockt.    

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