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Reportagen

Eine ziemlich faire Erfolgsgeschichte

Mehr Chancengeber als Secondhand-Laden: Über tausend Personen konnte fairKauf durch seine Qualifizierungs­maßnahmen einen Weg Richtung Arbeitsmarkt zeigen. Dass das Kaufhaus auch noch gute gebrauchte Ware anbietet, ist ein positiver Nebeneffekt.

Bevor fairKauf 2007 gegründet wurde, stand fest: Durch den Betrieb sollen Personen wieder ins Arbeitsleben eingliedert werden. „Kurze Zeit später wurde entschieden, dass wir im Januar 2008 das erste Secondhand-Kaufhaus aufmachen", erzählt Klaus Hibbe, geschäftsführender Vorstand von fairKauf. Die Armutsquote in Hannover sei erschreckend hoch gewesen und man habe einen Ort schaffen wollen, an dem Menschen mit kleinem Geldbeutel ihren täglichen Bedarf in Würde decken können. Dieses Ideal lebt die gemeinnützige Genossenschaft auch heute noch – und zwar sehr erfolgreich: „Wir sind in erster Linie ein Qualifizierungsbetrieb für arbeitslose und langzeitarbeitslose Menschen, die es schwer haben auf dem Arbeitsmarkt, sowie für Alleinerziehende oder Personen, die ihre Angehörigen pflegen", sagt Klaus Hibbe. Dabei ist fairKauf unabhängig von Fördertöpfen und finanziert sich zum größten Teil mit dem Verkauf von Secondhand-Waren.

Eine Aufgabe geben

Aktuell gibt es neben den rund 100 tariflich bezahlten Angestellten auch 68 Arbeitsgelegenheit(AGH)-Qualifizierungsstellen – für Personen, die im Leistungsbezug des Jobcenters stehen, sich etwas dazuverdienen und für den ersten Arbeitsmarkt qualifizieren können. 65 Ehrenamtliche unterstützen fairKauf tatkräftig mit ihrer Erfahrung und ihrem Wissen. Außerdem werden gerade 12 kaufmännische Azubis im Einzelhandel ausgebildet. „Wir geben Personen eine Chance, die es sonst schwer hätten eine Ausbildung zu finden. Für junge Mütter und Väter ist zum Beispiel auch eine Teilzeitausbildung möglich. Ebenso bieten wir auch Umschulungen bei Älteren."

Sinnvolle Standorte

Der erste Standort mitten in Hannovers quirliger Innenstadt wurde ganz bewusst gewählt: Langzeitarbeitslose oder Menschen mit geringem Einkommen sollen nicht vom sozialen Leben ausgegrenzt werden und in einer Halle im Industriegebiet einkaufen müssen. „Es geht dabei um die Begegnung mit anderen und um gesellschaftliche Teilhabe mitten im Stadtleben", sagt Klaus Hibbe. Mittlerweile hat fairKauf insgesamt sechs Standorte in Hannover – von Langenhagen bis Laatzen – und den Möbelverkauf in Vahrenwald. „Bei einigen kürzt die Fahrkarte das Budget schon enorm, daher wollen wir auch vor Ort sein", erklärt Klaus Hibbe.

Gutes aus zweiter Hand

fairKauf bietet gute gebrauchte Waren aus allen Preissegmenten, von Büchern über Möbel, Geschirr und Elektrogeräte bis hin zu Kleidung und Spielwaren. „Unser Ziel ist, Menschen mit geringem Einkommen mit dem zu versorgen, was sie brauchen. Darüber hinaus gibt es auch teurere Markenware in allen Bereichen. Interessenten finden bei uns eine Hose für 2 oder für 15 Euro, eine Tasse für 20 Cent und ein Rosenthal-Service für 120 Euro", fasst Klaus Hibbe zusammen.

Das Geschäft in der City zählt pro Tag rund 1.000 Kunden. Besonders gut besucht: die Bücherabteilung im Erdgeschoss. Rund 40 Prozent der Käufer verfügen über ein kleines Einkommen, 60 Prozent wollen bewusst ressourcenschonend nachhaltig einkaufen oder fairKauf unterstützen. Viele Vintage-Fans, Vielleser, Stöberer und Sammler sind unter den Stammkunden.

Gespendetes Gut

Die Waren stammen ausschließlich aus Spenden der hannoverschen Bevölkerung (wie Sie spenden können, lesen Sie unter "Gut zu wissen"). Nach der Sichtung und Sortierung prüfen die Mitarbeitenden jedes Teil, ob es noch funktioniert und in einem guten Zustand ist. fairKauf holt die Waren von Einzelpersonen im Stadtgebiet Hannover und direkt angrenzenden Städten der Region auch kostenfrei ab. Bei Haushaltsauflösungen unterbreitet fairKauf nach Besichtigung ein Angebot für die Komplettabholung. 

Öffnungszeiten & Co.

fairKauf Kaufhaus City
Limburgstr. 1, Ecke Kl. Packhofstraße
Montag bis Samstag 10:00 Uhr – 18:00 Uhr
alle weiteren Filialen: fairkauf-hannover.de

Galerie:

Gut zu wissen!


Was kann ich spenden?

Alles, was Sie an gebrauchsfähigen Möbeln, Hausrat, Kleidung, Elektroartikeln, Kinderspielzeug und Büchern selbst noch verwenden würden, aber nicht mehr verwenden wollen, können Sie an allen Standorten ohne vorherige Anmeldung während der Öffnungszeiten spenden.

Bitte haben Sie Verständnis, dass keine Matratzen, Röhrenfernseher, Unterwäsche, Bettdecken, Nachtspeicheröfen oder Gasherde angenommen werden können.


Wo und wie?

Kleinmöbel und größere Mengen an Haushaltswaren, Bekleidung, Bücher etc.
fairKauf Lager & Verkauf
Vahrenwalder Straße 207
Spendenannahme dort:
Mo. – Fr. von 08:00 bis 18:00 Uhr
Sa. von 10:00 bis 16:00 Uhr
Großmöbel und größere Mengen an Kleinmöbeln können Sie abholen lassen – Terminvereinbarung unter T 0511-357659-0

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