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Reportagen

Unverpacktes einkaufen im LoLa Loseladen

Coffee-to-go-Becher, Strohhalme und Plastiktüten: Überall begegnen uns Einwegverpackungen – und auch in den Medien ist das Thema Plastik omnipräsent. Viele würden gern im Alltag Müll vermeiden. Eine Möglichkeit ist, Ware unverpackt zu kaufen. Doch wie läuft das genau ab? Und bekomme ich dort alle Lebensmittel? Wir haben uns im LoLa Loseladen in der Südstadt informiert.

Welche Lebensmittel bekommt man im Unverpackt-Laden?

Eine Theke, zwei Holztische mit Stühlen und viele Regale mit Lebensmittelspendern: Im Laden in der Südstadt herrscht eine entspannte Atmosphäre. An einem kleinen Palettenstand wird Obst und Gemüse angeboten (heute: Bananen, Avocados aus Spanien, Zitronen, Äpfel, Ingwer, Porree, Salatgurken). In Glasflaschen kann man sich Milch zapfen. Im Sommer steht auch frisches Eis bereit. An der Wursttheke gibt es luftgetrocknete Waren, an der Käsetheke unter anderem Ziegenbrie, Gorgonzola, Emmentaler, Frischkäse, Feta. In den Glasgefäßen im Regal warten Schokolade, Brezeln, Karamellmandeln und andere Süßigkeiten. Von Hirse, Quinoa, Reis, Polenta und Kichererbsenmehl über Dinkel-Spirelli und Vollkorn-Penne bis zu Linsen, Müsli, Trockenobst und Nüssen ist alles bei LoLa erhältlich. Ebenso können sich Kunden Soja-sauce, Aceto Balsamico und verschiedene Öle abfüllen. Die Gewürze reichen von A wie Anis bis Z wie Zimt, außerdem wird Kaffee und Tee unverpackt angeboten. Frisch Gebackenes (heute: Dinkelvollkorn-Brownies und Walnussbrownies) liegt auf der Theke bereit. „Wein, Getränke und Honig bieten wir als Kompromiss in Mehrweggläsern an", sagt Michael Albert, „diese Produkte können aufgrund der Konsistenz nur schwer unverpackt angeboten werden." Im LoLa können Gäste Suppe, belegte Brötchen, Ei oder Müsli essen und O-Saft, Apfelsaft oder Limo trinken.

Wie sieht es mit Drogerieartikeln aus?

Darüber hinaus gibt es im LoLa eine kleine Ecke mit Drogerieartikeln wie Shampoo, Deo, Seife, Reiniger, Spülmittel, Glasreiniger zum Abfüllen. Ebenso werden Bambus-Zahnbürsten, umweltfreundliche Q-Tips und weitere Hygieneartikel angeboten. Auch Dekoartikel wie Kerzen sowie unverpackte Postkarten gehören zum Sortiment.

Wie ist hier der Ablauf?

Im Loseladen wird nach Gewicht eingekauft. Wer seine eigenen Schälchen und Flaschen mitbringt, muss daher zuerst das Eigengewicht der Gefäße ermitteln und sie wiegen. Mit einem kleinen Aufkleber auf dem Gefäß kann man sich diesen Vorgang bei den nächsten Einkäufen sparen. Ebenso können Kunden Glasgefäße in verschiedenen Größen bei LoLa kaufen, deren Eigengewicht an der Kasse hinterlegt ist. Dann können Kunden stöbern und die Waren selbst nach Bedarf einfüllen oder werden an der Theke bedient. Um ein Gefühl für die Menge zu bekommen, steht eine Waage bereit, außerdem sind Mustergefäße beispielhaft befüllt. Zu guter Letzt geht es zum Bezahlen an die Kasse.

Wie viel kosten die Lebensmittel?

Mit den Supermarktpreisen kann der Loseladen nicht mithalten, da er viel geringere Mengen abnimmt. Außerdem ist das Nachfüllen arbeitsaufwendiger, daher wird relativ viel Personal benötigt (acht Mitarbeiter werden bei LoLa beschäftigt). „Bei uns zahlt man etwa so viel wie in inhabergeführten Bioläden", sagt Michael Albert. Ein Vorteil ist, dass Käufer auf keine Verpackungsgröße angewiesen sind und die Menge selbst bestimmen können – das spart.

Nach welchen Kriterien werden die Produkte ausgewählt?

Das Ziel ist: keine Einwegverpackung – unverpackt, nachhaltig, regional. In den Laden gelangen die Produkte in umweltfreundlichen Mehrwegverpackungen, die je nach Ware variieren. Einiges kauft Michael Albert beim Wochenmarkt auf dem Stephansplatz direkt vor der Tür ein oder holt es mit dem Lastenfahrrad von einem anderen Markt. „Eine Bio-Zertifizierung steht bei uns nicht an erster Stelle. Wir haben zum Beispiel einen sehr guten Apfellieferanten aus der Region, der nicht biozertifiziert ist. Die Siegel sind für die Produzenten auch sehr teuer", erklärt Michael Albert.

Wie viele Einwegverpackungen wurden bisher gespart?

Es ist nicht genau nachzuvollziehen, wie viel Müll seit der Gründung vor rund zwei Jahren vermieden wurde. „Wir haben mal eine Hochrechnung mit einer Schulklasse gemacht, die ist natürlich ungenau. Das Ergebnis: circa 80.000 Einwegverpackungen haben wir schon eingespart", sagt Michael Albert.

Öffnungszeiten & Co.:
LoLa Loseladen
Stephansplatz 13_30171 Hannover
MONTAG BIS DONNERSTAG
10:00 Uhr – 19:00 Uhr
FREITAG
9:00 Uhr – 19:00 Uhr
SAMSTAG
9:00 Uhr – 16:00 Uhr

Zur Person:

Michael Albert hat den LoLa Loseladen am Stephansplatz vor rund zwei Jahren eröffnet, nun macht er seine zweite Filiale auf – finanziert durch Crowdfunding. Das Ziel: keine Einwegverpackung – unverpackt, nachhaltig, regional. Mittlerweile gibt es circa 80 Läden in ganz Deutschland, die verpackungslose Waren verkaufen. Auch ein Verband wurde gegründet – Michael Albert ist der zweite Vorsitzende.

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