Diese Website verwendet Cookies, um Ihnen das bestmögliche Nutzererlebnis zu gewährleisten. Wir protokollieren natürlich streng anonymisiert Ihr Nutzerverhalten, um für Besucher wichtige Themen zu identifizieren und eventuell auftretende Funktionsfehler zu entdecken. Weitere Informationen und die Widerspruchsoption zum Tracking finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
OK
zurück
spar+bau-News

Die Bäume wachsen nicht in den Himmel

Ein Kommentar von Walter Richter, Vorsitzender des Aufsichtsrats von spar+bau.

Die Kosten für Neubauten im Wohnungsbau nähern sich den 4.000 Euro/m² – je nach Grundstückspreis liegen sie sogar darüber. Die Mieten nähern sich der 12-Euro-Marke bei Neubauten.

Wer soll das noch bezahlen?
Die Kostenexplosion bei Mieten ist zum Teil eine Folge der dramatisch angestiegenen
Grundstückspreise, zum Teil der Arbeitsmarktlage im Baugewerbe geschuldet und sicherlich auch auf Mitnahmeeffekte der Bauwirtschaft zurückzuführen. Aber genauso sicher sind die ständig steigenden, gesetzlich geregelten Standardvorgaben ein ganz wesentlicher Kostentreiber. Sicher sind die meisten Standarderhöhungen sinnvoll und wünschenswert:
mehr Bequemlichkeit, mehr Sicherheit, mehr Technik, weniger Primärenergieverbrauch. Wer kann etwas dagegen haben, dass die Brandschutzauflagen steigen und dass die Standards zugunsten der Behinderten erhöht werden?

Doch wie soll das weitergehen?
Wenn irgendwo etwas passiert, ein Mensch zu Schaden gekommen ist oder eine mögliche Gefahr droht, wird von irgendeiner Lobbygruppe der Ruf nach einer gesetzlichen Verschärfung laut. Die Wirtschaft freut es, sie hat schnell eine technische Lösung bereit. Und die Politik will schließlich nur das Beste für das Volk und hat schnell (oder eben auch nicht schnell) ein wohlfeiles Gesetz parat.

Aber wer zahlt?
Der Staat ist überfordert, muss er doch nicht nur die – zum Teil selbstverschuldeten – Kosten für Wohngeld und für den sozialen Wohnungsbau aufbringen, sondern auch für viele andere gesellschaftlich wichtige Aufgaben: Aufrechterhaltung und Ausbau der Infrastruktur, Digitalisierung, kostenlose Kitas, Bildung und Ausbildung, innere Sicherheit, Pflege, höhere Militärausgaben, und vieles mehr. Dabei ist eines unserer größten Probleme nicht gelöst: Die Gesellschaft driftet immer mehr auseinander, der gesellschaftliche Konsens schwindet, die Freiheit des Einzelnen wird durch zunehmende Überwachung und Reglementierung immer weiter eingeschränkt. Und die Politik ist – parteiübergreifend – hilflos, keine klare Linie, keine Prioritäten, es wird „gewurschtelt". Also machen wir so weiter, bis es nicht mehr geht. Die Bäume wachsen ja auch nicht in den Himmel. Und dann werden irgendwann Friktionen unvermeidlich. Aber bis dahin: Noch ein paar neue Vorschriften gefällig?

Herzlichst, Ihr Walter Richter

Weitere Inhalte, die Sie interessieren könnten:

Aktuelles: Übersicht