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Kolumnen

Spielzeugtag

Morgens um sieben ist die Welt schon mal in Unordnung – weiß Tom Nädler, der sich dann besonders aufs Büro freut.

Alle Eltern eines Kindergartenkindes kennen das allmorgendliche Spiel: Bis die Kleinen einen an der Tür der Einrichtung endlich rausgeschmissen haben, ist das frische Bürooutfit schon wieder reif für die Wäsche. Mit glänzendem Gesicht wirft man sich ins Auto, um danach den eigentlichen Herausforderungen des Tages zu begegnen. Theo ist knapp fünf und ich würde mal sagen: ein Freigeist. Er hasst es in den Kindergarten zu gehen, will am Nachmittag aber nie weg. Der Morgen wird da oft zum Kampf, außer am Freitag, da ist Spielzeugtag und er darf ein Teil, das er mit einer Hand tragen kann und das keinen Lärm macht, mitbringen. Was das ist, wird normalerweise schon am Donnerstag angeregt diskutiert und noch nie ging das Thema im allgemeinen Familientrubel unter. Bis zur letzten Woche.

Die Tür des Kindergartens ist kaum ins Schloss gefallen, da ist klar: Wir haben ein Problem. Wir haben ein Spielzeug vergessen. Theo, sonst eher der Typ „Große Klappe", sagt erst mal nix und sagt dann: „Kannst du Mama anrufen, sie soll den Hubschrauber bringen?" Ich verweigere mich innerlich sofort, denn das muss ja auch mal ohne gehen, weiß aber, dass er weiß, dass man sich heutzutage immer überall erreichen kann. Doch Mama geht nicht ans Telefon. Hin- und hergerissen sitze ich im Auto, verfluche den Tag, an dem ich mich fürs Vaterwerden entschieden habe und fahre wieder nach Hause. Zehn Minuten später stehe ich mit dem Hubschrauber im Kindergarten, suche meinen Sohn und finde ihn beim Spiel mit einer Feuerwehr. Mit großen Augen schaut er mich ungläubig an. „Was willst'n du hier?", fragt er. „Äh, der Hubschrauber ...?", stammele ich. Er wendet sich ab, winkt ab und löst den Feueralarm in der Spielzeugwache aus. Tatütata.

Unser Autor Tom Nädler schreibt an dieser Stelle regelmäßig über den alltäglichen Wahnsinn – zu Hause, im Job und unterwegs.

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